Indah Arsyad

Indah Arsyad

Kunst, Wissenschaft und Mythologie

In der Reihe WMW Contemporary, in der historische Sammlungen des Weltmuseums mit zeitgenössischer Kunst in Verbindung gebracht und dadurch in neue Zusammenhänge gestellt werden, zeigt das Weltmuseum Wien eine Ausstellung mit Werken der Künstlerin Indah Arsyad.

Indah Arsyad, geboren 1965 in Ambon, Indonesien, ist ausgebildete Landschaftsarchitektin und Umwelttechnologin und eine der bedeutendsten zeitgenössischen Medienkünstlerinnen Indonesiens, deren Werke u.a. in Korea, Indien, Argentinien und London ausgestellt wurden.

Indah Arsyad © KHM-Museumsverband

In ihrer Arbeit befasst sie sich mit den Themen Klimawandel, Umweltzerstörung und Pandemien, wobei sie Wissenschaft, indigene mythologische Traditionen und zeitgenössische Medienkunst miteinander zu eindrucksvollen Kunstwerken verbindet und damit neue Wege der Wahrnehmung von hochkomplexen Zusammenhängen eröffnet.

Ihre sehr persönlichen Erfahrungen während der Corona-Pandemie, in der sie große Probleme mit der Atmung hatte, führten sie zur Beschäftigung mit Sauerstoff als „Atem des Lebens“ als zentralem Bezugspunkt ihres künstlerischen Schaffens.

Ausgehend davon, dass bis zu 80 % des Sauerstoffs auf der Erde von Phytoplankton in Meer- und Süßwasser erzeugt werden, vermittelt sie in Installationen die Gefährdung dieser Sauerstoffquelle durch die vom Menschen verursachte Umweltverschmutzung. Dabei verbindet sie in ihren Werken Mikroskopaufnahmen von Phytoplankton mit den Bildwelten der hinduistisch geprägten Mythologie Javas und Balis zu poetischen Bildkompositionen.

Ausstellungsansicht (Plexiglasbild) © KHM-Museums-verband, Weltmuseum Wien, Foto: Daniel Sostaric

In der fünfteiligen Serie von Arbeiten auf Plexiglas wird die unverzichtbare Rolle des Phytoplanktons als primärem Sauerstoffproduzenten durch Mikroskopaufnahmen von Phytoplankton, die mit mythologischen Symbolen der Macht, Vergänglichkeit und der kosmischen Ordnung verziert sind, zum Ausdruck gebracht.

In der Multimedia-Installation „The Ultimate Breath“ (Der letzte Atemzug) werden Aufnahmen von durch das Mikroskop betrachtetem Phytoplankton in Verbindung mit Symbolen aus der javanischen Mythologie, wie dem Lebensbaum und dem Gott der Zeit und Hüter des kosmischen Gleichgewichts, in bewegte Bilder übersetzt. Sensoren in indonesischen Flüssen liefern in Echtzeit Messdaten zum jeweiligen ph-Wert des Wassers und zum Kohlenstoffgehalt in der Luft, wobei durch diese Informationen die Lichtabfolge der Installation, die visuelle Struktur der Projektionen sowie das zur Warnung der Menschen vor Umweltverschmutzung dienende Klanginstrument Bonang gesteuert werden.

Ausstellungsansicht (“The Ultimate Breath”) © KHM-Museums-verband, Weltmuseum Wien, Foto: Daniel Sostaric

„Ihre Arbeiten transformieren wissenschaftliche Daten in kraftvolle Bilder – und machen uns zugleich bewusst, dass die Frage nach dem Gleichgewicht zwischen Menschen und Natur heute dringender ist denn je.“ (Claudia Banz, Direktorin des Weltmuseums Wien).

Die Ausstellung ist noch bis 25. Mai 2026 im Weltmuseum Wien zu sehen!

Adresse: Weltmuseum Wien, Heldenplatz, 1010 Wien https://www.weltmuseumwien.at/information/

Der Zugang zum partizipativen Raum zam, in dem diese Ausstellung stattfindet, ist frei!

Öffnungszeiten: Dienstag 10:00-21.00 Uhr, Mittwoch-Sonntag 10:00-18:00 Uhr.

Montag geschlossen! Sonderöffnungszeiten: Ostermontag, 1. Mai, Pfingstmontag geöffnet!

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