Textil-Abstrakt
Textilkunst im Museum für angewandte Kunst
Dem Werk der österreichischen Textilkünstlerin Ursi Fürtler ist derzeit erstmals im Museum für angewandte Kunst im MAK Forum eine eigene Ausstellung gewidmet. Gezeigt wird anhand von ausgewählten Einzelstücken ein Querschnitt über ihr gesamtes Schaffen von den 1970er-Jahren bis 2025.
Ursi Fürtler, geboren 1939 in Mödling bei Wien, besuchte die Modeschule Hetzendorf in Wien und war anschließend ein Jahr in Schweden als Porzellandesignerin tätig. Danach absolvierte sie in Wien ein Studium an der Akademie für angewandte Kunst für Druckgrafik. Ab 1971 war sie als selbständige Textildesignerin tätig, 1983 eröffnete sie in Mödling ihre eigene Werkstatt.

In den 1980er-Jahren hielt sie Seminare für Textil am Bauhaus in Dessau, von 1990 bis zum Jahr 2000 unterrichtete sie an der Modeschule Hetzendorf Textildesign und hatte von 1992 bis 2026 einen Lehrauftrag an der Kunsthochschule Burg Giebichenstein in Halle an der Saale. Dazu kamen zahlreiche Beiträge in Fachzeitschriften und Publikationen.
Seit den 1980er-Jahren präsentierte sie ihr Werk in einer Vielzahl von Einzel- und Gruppenausstellungen und wurde für ihr Schaffen 2003 mit dem Bayrischen Staatspreis und 2016 mit dem Goldenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich ausgezeichnet. Ihre Werke finden sich heute sowohl in der Sammlung des Museums für angewandte Kunst in Wien, der Kunstsammlung der Universität für angewandte Kunst Wien und in privaten Sammlungen im In- und Ausland.

In der Ausstellung „Textil-Abstrakt“ ist Textilkunst an der Schnittstelle zwischen Kunsthandwerk und Kunst zu sehen, die geprägt ist durch eine intensive Beschäftigung mit der Textilkunst des Art déco, der Wiener Werkstätte, der Arts-and Crafts-Bewegung, des Bauhauses sowie mit japanischen Schablonentechniken.
Plissierte Stoffe und geometrische Muster sind prägende Elemente ihres Werks. Die Vielfalt der ausgestellten Objekte vermittelt darüber hinaus ihren experimentellen Umgang mit Materialien. Sie selbst sagt über ihre Arbeit:“Diese verschiedenen durch jahrelange Entwicklung entstandenen Arbeiten sind für mich eine unendliche Herausforderung, ein unendliches Spiel mit Form, Farbe und Struktur.“

© MAK/Christian Mendez
Der Einblick in ihr Schaffen beginnt mit Textilentwürfen aus den 1970er-und 1980er Jahren, Entwürfen für die Firma Backhausen aus den 1980erJahren, Siebdrucken auf Baumwolle und Leinen sowie Paravants und deren Entwürfe aus den 1980er-Jahren, die ebenso wie spätere Werke, skulpturale Objekt aus dem Jahr 2004, Wandbehänge aus dem Jahr 2010 und Schals aus den Jahren 2000 bis 2025, ihr handwerkliches Können und ihren künstlerischen Zugang deutlich machen.
„Ich fühle mich einer sinnlichen, optisch wie haptischen Ästhetik mit menschlichem Maß verpflichtet, die verloren zu gehen scheint und die ich versuche zu erhalten.“ (Ursi Fürtler)

MAK Forum © MAK/Christian Mendez
Die Ausstellung ist bis 14. Juni 2026 im MAK Forum zu sehen!
Adresse: Museum für angewandte Kunst, Stubenring 5, 1010 Wien https://www.mak.at/
Öffnungszeiten: Dienstag 10:00–21:00 Uhr, Mittwoch bis Sonntag 10:00–18:00 Uhr. Montag geschlossen. An Feiertagen geöffnet