Zukunft Demokratie

Zukunft Demokratie

Demokratie Monitor 2025

Der Österreichische Demokratie Monitor untersucht seit 2018 jedes Jahr die Einstellungen zum politischen System in Österreich und zur Demokratie. Der Demokratie Monitor wird von einer breiten Plattform getragen, der zahlreiche Institutionen und Organisationen angehören, darunter der Österreichische Gewerkschaftsbund, die Industriellenvereinigung, der Österreichische Städtebund, der Österreichische Rundfunk und der Zukunftsfonds der Republik Österreich.

Durchgeführt wird die regelmäßige und empirisch zuverlässige Analyse öffentlicher Einstellungen zur Demokratie durch die FORESIGHT Research Hofinger GmbH. Die mittlerweile veröffentlichten ersten Ergebnisse der von FORESIGHT im Herbst 2025 durchgeführten repräsentativen Befragung geben Einblick in die aktuelle Situation und sind Grundlage dieses Beitrags.

Ein wichtiges Ergebnis der Befragung ist, dass die Zufriedenheit mit dem politischen System in Österreich gesunken ist. Waren im Jahr 2018 noch 65% und 2014 immerhin noch 43 % der Meinung, dass das politische System in Österreich gut funktioniert, waren es 2025 nur mehr 35 %! Von diesem Vertrauensverlust sind jene Institutionen betroffen, die von den Menschen zur Vertretung ihrer Interessen gewählt werden, Parlament und Bundespräsident, aber auch die Bundesregierung.

In diesem Zusammenhang zeigt sich, dass die Zufriedenheit mit dem politischen System einerseits wesentlich von der finanziellen Lage und derzeit auch von der Betroffenheit von der Teuerung abhängt, d.h. je weniger Einkommen Menschen zur Verfügung steht, desto geringer ist ihre Zufriedenheit. Andererseits wächst die Unzufriedenheit mit dem politischen System auch, wenn Menschen das Gefühl haben, dass ihre Anliegen im Parlament nicht vertreten werden. Im Jahr 2025 sahen sich nur mehr 31 % im Parlament gut vertreten – im Jahr 2018 waren es noch 61 %.

Im Verbindung mit dem Thema der politischen Repräsentation wird bei der Ergebnisdarstellung der Befragung auf zwei wichtige Aspekte hingewiesen: der Anteil jener Wahlberechtigten an der Wohnbevölkerung, die derzeit bei Wahlen ihre Stimme nicht abgeben würden, beträgt mittlerweile 28 %. Dazu kommen noch weitere 20 % der Wohnbevölkerung, die aufgrund ihrer Staatsbürgerschaft kein Wahlrecht haben.

Gleichbleibend hoch geblieben ist hingegen das Vertrauen der Menschen in die staatlichen Institutionen der Verwaltung (60 %), Gerichte (64 %), Polizei (73 %), ebenso wie in das regelkonforme Zustandekommen von Gesetzen (76 %) und in den Verfassungsgerichtshof (79 %).

Keine Veränderung zeigt sich auch in der Einstellung der Menschen zur Demokratie. Mit 89 % ist die Zustimmung zur Aussage, dass Demokratie die beste Staatsform ist, auch wenn sie Probleme mit sich bringen mag, konstant hoch.

Von den Befragten denken 78 %, dass wichtige politische Entscheidungen grundsätzlich im Parlament zu treffen sind, dessen Rechte in ihrer derzeitigen Form erhalten (54 %) oder ausgeweitet (37 %) werden sollen. Allerdings sprechen sich 64 % für einen Ausbau der Beteiligungsmöglichkeiten aus: für Volksbegehren (51%) und Dialogverfahren mit einer tiefergehenden Auseinandersetzung mit Themen (67%).

Rund zwei Drittel zeigen durchgehend demokratische Einstellungen, während etwa 8 % konstant autoritäre Haltungen vertreten. Bei den restlichen rund 25 % überwiegen zwar demokratische Haltungen, allerdings stimmen sie auch einzelnen autoritären Aussagen zu. Dies erklärt auch die Zusammensetzung des 20 % großen Anteils jener, die die Meinung vertreten, dass es einen starken Führer geben sollte, der sich nicht um Parlament und Wahlen kümmern muss.

Zusammenfassend wird jedoch festgestellt, dass es keine Hinweise darauf gibt, dass die Demokratie an Zustimmung verloren oder eine Diktatur Anhängerinnen gewonnen hätte.

Link:

https://www.demokratiemonitor.at/

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