Sue Williams
Macht und Gewalt – Feministische Positionen
Das Belvedere 21 präsentiert derzeit unter dem Titel „WHAT NOW“ die bis jetzt umfassendste Werkschau der US-amerikanischen Künstlerin Sue Williams. Anhand von 100 Arbeiten aus den Bereichen Malerei, Zeichnung, Collage und Skulptur werden in der Ausstellung zentrale Werke aus allen Schaffensphasen der Künstlerin von 1988 bis 2024 gezeigt.
Sue Willams wurde 1954 in den Chicago Heights, Illinois/USA geboren. In den Jahren 1972 und 1975 sowie 1976 hat sie am California Institute oft the Arts, im Jahr 1973 an der Cooper Union in New York studiert.

Bereits früh in ihrer Karriere, Anfang der 1990er-Jahre, wurde ihr Schaffen durch ihre eindrucksvollen und aufrüttelnden Werke, die sich mit der systematischen Abwertung und der alltäglichen physischen und psychischen Gewalt gegen Frauen befassten und diese im Sinne von “das Private ist politisch” als Teil gesellschaftlicher Normalität benannten, durch Ausstellungen sowohl in den USA als auch in Europa von einer breiteren Öffentlichkeit wahrgenommen.
Ihre Werke finden sich heute in bedeutenden öffentlichen Museen und privaten Sammlungen in den USA und Europa, wie dem Museum of Modern Art in New York, der Tate Modern in London oder dem Centre Pompidou in Paris. Sue Williams lebt in Brooklyn, New York.

Sue Williams hat sich von Beginn an für die Malerei entschieden, da es ihr dadurch möglich war, feministische Inhalte in die Malerei einzubringen. Dies war in den 1980er -Jahren keineswegs selbstverständlich, denn damals waren die Bewertungskriterien der Malerei so stark durch die männliche Definitionsmacht bestimmt, dass sich viele Frauen neueren Bereichen wie Fotografie oder Performance zuwandten.
Zentrale Themen ihrer Arbeiten sind Macht, Sexualität und Gewalt, nach den Terroranschlägen am 11. September 2001 in New York die darauffolgenden politischen und psychischen Erschütterungen, ab den 2010er Jahren dann die gesellschaftspolitischen Verwerfungen in den USA und weltweit und damit in Verbindung stehend auch persönliche Verluste. In den späten 2010er Jahren erfolgt eine zunehmende Auseinandersetzung mit Kolonialgeschichte und Genozid.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist auch ihre Auseinandersetzung mit der jahrhundertelangen Übermacht patriarchaler Strukturen in der Kunstgeschichte, den „Malergenies“ und dem noch immer männlich dominierten Kunstbetrieb.

Der chronologische Aufbau der Ausstellung erlaubt es, die Veränderungen im Werk der Künstlerin sowohl in den gewählten Themen als auch in der künstlerischen Umsetzung nachzuvollziehen. Seit dem Ende der 1980er Jahre hat sie ihre Malerei beständig weiterentwickelt, von figurativer Kunst, in denen Personen und Dinge erkennbar dargestellt werden, über die Verbindung von Bild und Text bis hin zu abstrakten Gemälden.
„Gerade im aktuellen weltpolitischen Klima ist es uns ein besonderes Anliegen, feministische Positionen sichtbar zu machen, die Machtstrukturen, Gewalt und die Bedingung von Freiheit kompromisslos ins Zentrum rücken.“ (Stella Rollig, Generaldirektorin des Belvedere)

Die Ausstellung ist im Belvedere 21 bis 7. Juni 2026 zu sehen!
Adresse: Belvedere21 – Museum für zeitgenössische Kunst, Arsenalstrasse 1, 1030 Wien https://www.belvedere.at/sue-williams?gclid=EAIaIQobChMIhPD_tJn_kgMVeab9BR0mlAYFEAAYASAAEgLT4vD_BwE
Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 11:00 – 18:00 Uhr, Abendöffnung: Donnerstag 11:00 – 21:00 Uhr
Katalog: Sue Williams, WHAT NOW. Hg. Stella Rollig, Luisa Ziaja. Verlag der Buchhandlung Walther und Franz König, Köln 2026.
Link: belvedere 21: Sue Williams (23 sec): https://www.youtube.com/watch?v=QyLasLDFTlE
