Leiko Ikemura
Motherscape
Mit der Ausstellung „Motherscape“ präsentiert die Albertina einen Querschnitt des Werks der Künstlerin Leiko Ikemura über einen Zeitraum von etwa 35 Jahren. Anhand von Gemälden, Zeichnungen und Skulpturen sowie einer Videoinstallation wird das Schaffen einer der bedeutendsten Künstlerinnen der Gegenwart vorgestellt.

Privatsammlung © Leiko Ikemura, Foto: Jörg von Bruchhausen
Leiko Ikemura wurde 1951 in Tsu in Japan geboren und hat in Osaka spanische Literatur studiert. Danach entschloss sie sich, Japan zu verlassen und übersiedelte 1972 nach Spanien, wo sie von 1973 bis 1978 an der Akademie der Bildenden Künste in Sevilla Malerei studierte. Nach Abschluss ihres Studiums verlegte sie ihren Lebensmittelpunkt in die Schweiz und ab 1984 nach Deutschland, Köln und Berlin, wo sie bis heute lebt.
Im Jahr 1991 wurde sie als Professorin für Malerei an der Universität der Künste Berlin berufen, wo sie bis 2015 lehrte. Seit 2014 ist sie Gastprofessorin an der Joshibi University of Art and Design in Japan. Ihr vielfach ausgezeichnetes Werk wurde in einer Vielzahl von Einzelausstellungen gezeigt und ist in den bedeutendsten Museen vertreten. Von der japanischen Regierung wurde sie als „Person of Cultural Merit“ geehrt.

Künstlerische Anregungen geben in ihrem Werk, in dem sie westliche und östliche Einflüsse verbindet, philosophische Grundfragen und die Natur. Die enge Verbindung von Mensch und Natur ist ein zentraler Aspekt ihres Schaffens, wobei das Menschsein als Teil eines größeren Ganzen verstanden wird. Ebenso befasst sie sich mit Themen wie Schöpfungskraft, Transformation und Identität und damit mit der Bedeutung von Entstehung, Wandel und Erneuerung.
Leiko Ikemura sieht Kunst als Berufung, als „Lebensmanifestation“, als Zusammenspiel von Leben und Kunst, wobei sich die innere Entwicklung in der Kunst widerspiegelt. Dabei geht es ihr darum, ihre eigene künstlerische Sprache zu finden und darin authetisch zu sein.
Zu Beginn ihrer Karriere hat sie sich vor allem mit dem Zeichnen beschäftigt, wodurch die Neugierde auf andere Medien wie Malerei und Skulptur geweckt wurde. In der Ausstellung sind thematisch gegliedert künstlerische Werke zu sehen, die sie in den Medien Zeichnung, Malerei und Bildhauerei ausgeführt hat.
Ihre künstlerische Tätigkeit umfasst auch Gedichte, so wie jenes, das sie zum Thema der Ausstellung verfasst hat:
Motherscape
alle Lebewesen
schöpfen sich
in Berührung des Lichts
für die Ewigkeit
vom uralten Gedächtnis
(Leiko Ikemura)

© 2025 Leiko Ikemura, Foto: Lisson Gallery
“Man sieht nicht nur mit den Augen. Ohne Demut bleiben einem die Bilder verschlossen. Man sieht sie, aber empfindet nichts. Wir müssen das innere Sehen erst neu lernen.” (Leiko Ikemura)
Die Ausstellung ist bis 6. April 2026 in der Albertina Wien (Pfeilerhalle und Säulengang) zu sehen.
Adresse: Albertina Wien, Albertinaplatz 1,1010 Wien https://www.albertina.at/
Öffnungszeiten: täglich 10:00-18:00 Uhr, Mittwoch und Freitag 10:00-21:00 Uhr
(Ausnahmen: 24. Dezember:10.00 bis 14:00 Uhr, 31. Dezember:10:00 bis 18:00 Uhr)
Katalog: Motherscape. Leiko Ikemura. Hg. Ralph Gleis, Elsy Lahner, Albertina Wien. Hatje Cantz Verlag, Berlin 2025