Laxenburg
Der Schlosspark: Landschaftsgarten und Ausflugsziel
Der Schlosspark Laxenburg liegt etwa 15 km südlich von Wien in Niederösterreich. Mit rund 280 Hektar gehört er zu den größten historischen Parkanlagen Österreichs, ist einer der bedeutendsten Landschaftsgärten Mitteleuropas und Teil des Natura 2000- Europaschutzgebietes Feuchte Ebene-Leithaauen.
Bereits seit dem 14. Jahrhundert war das Gebiet Jagdrevier und Sommerfrische der Habsburger. Herzog Albrecht III. (1349–1395) ließ die Anlage zu einem Jagdschloss ausbauen und war jener Habsburger, der Laxenburg zu einem regelmäßig genutzten Hofsitz machte.
Die Gegend war wegen ihres Wildreichtums und der Auenlandschaft als Jagdgebiet beliebt. Die Habsburger nutzten das Gelände vor allem für die Falkenjagd auf Reiher, die sogenannte Reiherbeize, in den Auwäldern.
Beim Türkeneinfall 1683 wurde auch das Laxenburger Schloss in Mitleidenschaft gezogen. Danach wurden unter Kaiser Leopold I. und vor allem unter Karl VI., der von 1711 bis 1740 regierte, die Schäden beseitigt und die Anlage wiederhergestellt. Kaiser Karl VI. ließ das Alte Schloss erweitern und legte nach barockem Vorbild geometrische Gärten an.
Das Neue Schloss, auch Blauer Hof genannt, entstand unter Kaiserin Maria Theresia, die das Gebäude 1762 von den Vorbesitzern erwarb und es in der Folge umfassend ausbauen und zu einer prachtvollen Residenz erweitern ließ. Laxenburg wurde zu jener Frühjahrs- und Jagdresidenz der Habsburger, in der der Hof regelmäßig die Frühlingswochen verbrachte.
Unter Kaiser Josef II., dem Nachfolger Maria Theresias, erfolgte eine Erweiterung des Parks durch den Ankauf angrenzender Grundstücke. Die entscheidende Umgestaltung des Schlossparks erfolgte jedoch unter der Regentschaft Kaiser Franz II. (I.).
Von den 1790er-Jahren bis in die 1830er-Jahre wurde der strenge Barockgarten nach und nach in einen Landschaftspark im englischen Stil umgestaltet, mit Teichen, Inseln, Hügeln, Wiesen und geschwungenen Wegen sowie zahlreichen Parkarchitekturen wie Tempel, Grotten, Brücken und Pavillons.
Ab 1798 wurde die Franzensburg auf einer Teichinsel erbaut, eine neugotische Ritterburg, die mit originalen mittelalterlichen Bauteilen, Kunstwerken und Erinnerungsstücken aus der Habsburgergeschichte ausgestattet wurde und als Ort der Repräsentation diente.
Bis weit ins 19. Jahrhundert hinein wurde das Neue Schloss als kaiserliche Frühjahrs- und Familienresidenz genutzt. Kaiser Franz Joseph I. und Elisabeth verbrachten 1854 einen Teil ihrer Flitterwochen in Laxenburg und zwei ihrer Kinder, Kronprinz Rudolf und Erzherzogin Gisela wurden in Laxenburg geboren. Allerdings verlor Laxenburg im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts an Bedeutung, da zu dieser Zeit Schönbrunn und Bad Ischl die bevorzugten Sommerresidenzen wurden.
Nach 1918 ging der Besitz an die Republik Österreich über. Heute wird die Anlage von der Schloss Laxenburg Betriebsgesellschaft mbH, die jeweils zu 50% Eigentum der Wien Holding und des Landes Niederösterreich ist, verwaltet. Gegründet wurde sie von den Bundesländern Wien und Niederösterreich im Jahr 1962 mit dem Ziel, die schweren Kriegsschäden an den Gebäuden und im Park zu beseitigen. Mittlerweile ist ihre Aufgabe die Restaurierung und Pflege der Anlage.
Das Neue Schloss in Laxenburg ist Hauptsitz des Internationalen Instituts für angewandte Systemanalyse (IIASA) und Standort des Filmarchivs Austria. Der ehemalige Speisesaaltrakt und das historische Schlosstheater (heute als Conference Center Laxenburg bezeichnet) werden für Konferenzen, Tagungen, Konzerte und kulturelle Aufführungen genutzt.
Der Park, ein Denkmal der europäischen Gartenkunst, ist öffentlich zugänglich (Eintrittsgebühr) und dient als Naherholungsgebiet und kulturelles Ausflugsziel.
Link: https://www.schloss-laxenburg.at/







Fotos: Elisabeth Kolbry