Njola

Njola

Kiteezi

Das Weltmuseum hat mit dem Format WMW Contemporary einen neuen Raum für zeitgenössische Kunst, Design und Neue Medien geschaffen, in dem Kunstschaffende aus dem sog. Globalen Süden ihre Perspektiven auf die drängenden Fragen unserer Zeit wie Neo-Kolonialismus, globale Wirtschaft, Identität und Erinnerung vorstellen.

Dieses Jahr ist es die ugandische Künstlerin, Aktivistin und Modemacherin Nabukenya Allen (Njola), die in ihrer Installation „Kiteezi!- Kiteezi change, culture change (Kiteezi -Wandel, Kulturwandel)“ Kunst, Ökologie und Sozialkritik verbindet.

Nabukenya Allen (Njola)
© KHM-Museumsverband, Weltmuseum Wien,
Foto: Jakob Gsöllpointner

Njola alias Nabukenya Allen wurde 1991 in Kayunga, Uganda geboren und hat ein Bachelor-Studium an der Kyambogo University in Kampala, Uganda, abgeschlossen. Als artist in residence ist sie bei PART International Art Residency Austria in Kooperation mit dem Weltmusem Wien zu Gast.

Ausgehend von der uns alle betreffenden Frage „Wer sind wir im Angesicht von Abfall?“ setzt sie sich mit Themen wie Umweltzerstörung, Wegwerfgesellschaft, Wiederverwertung von Materialien und kollektiver Verantwortung auseinander.

Als Gründerin von Njola Impressions und der Njola Recycling Initiative befasst sie sich mit den sozialen und ökologischen Folgen von Plastikmüll. Seit 2015 entstehen aus Autoreifen, Plastiksäcken und Flip-Flops tragbare Mode, Accessoires und skulpturale Objekte. Nachhaltigkeit und soziales Engagement spielen dabei eine wichtige Rolle. In Kooperation mit lokalen Gruppen schafft sie Beschäftigungsmöglichkeiten für benachteiligten Jugendliche.

Auslöser für die Wien gezeigte Installation „Kiteezi“ war eine Katastrophe auf der größten Mülldeponie Kampalas, der Kiteezi-Deponie, im Jahr 2024. Auf dieser Mülldeponie kam es damals zu einem riesigen Erdrutsch, bei dem viele der dort lebenden Menschen und ihre Häuser unter Tonnen von Müll begraben wurden.

Gleichzeitig wurde sichtbar, wie Menschen, die täglich im Umfeld der Deponie arbeiten, sich trotz des Unglücks und unter schwierigsten Verhältnissen behaupten und ihr Leben gestalten. Dadurch wurde die Künstlerin angeregt, in der Installation „Kiteezi“ Müll als Sprache der Erneuerung zu verwenden, indem sie Abfallmaterialien der Deponie zu neuen Objekten verarbeitet.

„Indem ich Plastikabfälle sowohl als Material als auch als Träger von Bedeutung neu interpretiere, eröffne ich andere Perspektiven auf unseren Umgang mit Ressourcen und die Wertschätzung unserer Umwelt.“ – Nabukenya Allen alias Njola, Künstlerin

Njola Impressions: Kiteezi – Ausstellungsansicht
© KHM-Museumsverband, Weltmuseum Wien, Foto: Jakob Gsöllpointner

„Kiteezi“ ist mehr als eine Installation. „Sie zeigt: Was wir wegwerfen, verschwindet nicht. Es bleibt vielmehr Teil eines weltweisen Kreislaufs“(WMW). Damit ist sie zugleich Einladung und Aufforderung, über die Auswirkungen von Konsum- und Wegwerfgesellschaft nachzudenken.

Besondere Empfehlung: Einführungsvideo zu Njola Impressions – Kiteezi mit der Direktorin des Weltmuseums Wien, Claudia Banz (in deutscher Sprache) und der Künstlerin (in englischer Sprache) (6:08 min): https://www.youtube.com/watch?v=aP-ptc50pvc

Die Ausstellung ist noch bis 11. Oktober 2026 zu sehen!

Adresse: Theseustempel, Volksgarten, 1010 Wien https://www.weltmuseumwien.at/

Öffnungszeiten: Täglich 11:00–18:00 Uhr

Eintritt frei!

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