Alles in Arbeit

Alles in Arbeit

Arbeit als Spiegel der Gesellschaft – künstlerische Positionen

Im Dom Museum Wien beleuchtet die Ausstellung „Alles in Arbeit“ anhand von unterschiedlichen Zugängen und einer sehr treffenden Auswahl von Kunstwerken vom Mittelalter bis zur Gegenwart diese einen großen Teil unseres Lebens bestimmende Thematik.

Grundlage für die Ausstellung waren neben historischen Zusammenhängen besonders auch gegenwärtige Entwicklungen. „Wirtschaftliche Krisen, globale Ungleichheit und eine Arbeitswelt im Wandel machen das Thema Arbeit heute besonders dringlich: Wer arbeitet zu welchen Bedingungen und mit welcher Anerkennung? Zugleich erhält in einer Gesellschaft, die Effizienz und Leistung verlangt, das bewusste Nichtstun eine besondere Bedeutung…“ (Begleitheft zur Ausstellung, S. 5)

Dabei konzentriert sich die Ausstellung auf fünf Aspekte. Im Abschnitt “Zwischen Identifikation und Entfremdung“ geht es um die Beziehung zwischen dem Individuum und der Arbeit. „Arbeitswelten im Bild“ beschäftigt sich mit der Darstellung unterschiedlicher Arbeitsrealitäten in der Kunst. Unter dem Titel „Unverzichtbar, unsichtbar“ ist ein eigener Teil der Ausstellung der gesellschaftlich notwendigen und meist im Hintergrund von Frauen geleisteten Care-Arbeit sowie der prekären Arbeit gewidmet.

See Red Women’s Workshop, A woman’s work is never done, 1974. Courtesy See Red Women’s Workshop, © See Red Women’s Workshop, Foto: © See Red Women’s Workshop

Gerechte und ungerechte Entlohnung sowie Anerkennung und Nichtanerkennung werden im Abschnitt „Wertschätzung und Entlohnung“ thematisiert. Im letzten Teil der Ausstellung geht es um „Muße, Nichtstun und Protest“, das in seiner Vielfältigkeit vom arbeitsfreien Sonntag, über den Streik bis hin zur Verweigerung der Anforderungen der modernen Arbeitswelt reicht.

Zu den einzelnen Themenbereichen wurden jeweils Werke aus verschiedenen Epochen aus den Bereichen Grafik, Malerei, Skulptur, Fotografie oder Video- und Installationskunst ausgewählt. Die sehr sorgfältig durchdachte und treffende Auswahl der Kunstwerke spiegelt die große Bandbreite der Zugänge und die Interpretationen des Themas Arbeit wider.

Nana Mandl, how to maintain (a work life) balance, 2024/25. STRABAG ART Collection, Wien, Nana Mandl © Bildrecht, Wien 2025, Foto: Nana Mandl

Berücksichtigt wurden geografische, kulturelle, ethnische, soziale und genderbedingte Hintergründe. Besonderer Wert wurde auf die Einbeziehung von Ausstellungsstücken aus unterschiedlichsten Materialien gelegt, um auf die manuellen, geistigen, technischen und konzeptuellen Dimensionen von Arbeit hinzuweisen.

Gezeigt werden Kunstwerke aus den Beständen des Dommuseums, der Sammlung Otto Mauer Contemporary und Leihgaben aus nationalen und internationalen Sammlungen, Stiften, Museen und Galerien sowie eigens für die Ausstellung geschaffene Werke von Gegenwartskünstlerinnen.

Die sehr sehenswerte Ausstellung „Alles in Arbeit“ eröffnet mit ihren unterschiedlichen Zugängen und Positionen einen vielschichtigen Blick auf das Thema und regt damit zum Nachdenken über die gesellschaftliche und persönliche Bedeutung von Arbeit an.

Die Ausstellung ist bis 30. August 2026 im Dom Museum Wien zu sehen!

Adresse: Stephansplatz 6, 1010 Wien dommuseum.at

Öffnungszeiten: täglich 10:00-18:00 Uhr, Donnerstag 10:00 bis 20:00 Uhr. An gesetzlichen Feiertagen geschlossen

Katalog: Alles in Arbeit. Hrsg. von Johanna Schwanberg. Dom Museum Wien 2025

Lowell Nesbitt, IBM 6400, 1965. mumok – Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien, Leihgabe der Österreichischen Ludwig-Stiftung seit 1981, Lowell Nesbitt © Bildrecht, Wien 2025, Foto: mumok – Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien, Leihgabe der Österreichischen Ludwig-Stiftung
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