Mode/Farben

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Farbenspiele im Wien Museum

Nach mehr als 15 Jahren kann die Modesammlung des Wien Museums wieder in einer eigenen Sonderausstellung Mode aus vier Jahrhunderten präsentieren. Unter dem Titel „Farbenspiel“ wird anhand von rund 350 Kleidungsstücken und Accessoires vom 18. bis 21. Jahrhundert, mit Schwerpunkt auf dem 19. und besonders dem 20. Jahrhundert, die Kulturgeschichte der Farben sichtbar gemacht.

Plakat zur Ausstellung Farbenspiel, Mode aus vier Jahrhunderten, Josef Mikl, Abendkleid, 1970/1971, Foto: TimTom, Wien Museum | Grafik: Larissa Cerny

Mit einem Bestand von fast 30.000 Objekten gehört die Modesammlung des Wien Museums zu den umfangreichsten in Europa. Aufbauend auf den Beständen der Städtischen Sammlungen und der Privatsammlung von Prof. Kunz, wurde sie nach dem Zweiten Weltkrieg von Alfred Kunz, dem ersten Direktor der Modeschule der Stadt Wien Hetzendorf gegründet. Seit 1954 ist sie Teil des Wien Museums.

Ziel der Sammlung ist eine umfassende Dokumentation von in Wien hergestellter Bekleidung. Die Modesammlung umfasst Damen-, Herren-, Kinder- und Sportbekleidung vom 18. bis zum 21. Jahrhundert sowie zahlreiche Accessoires wie Fächer, Handtaschen, Hüte, Schuhe und Spazierstöcke, wobei der Schwerpunkt auf der bürgerlichen Damenkleidung des 19. und 20. Jahrhunderts liegt.

Wichtige Modesalons und Designateliers sind in der Sammlung vertreten, darunter Gertrud Höchsmann, Adele List (Hüte), Fred Adlmüller, Helmut Lang, Schella Kann und Susanne Bisovsky.

Die Sammlung wird systematisch weitergeführt und durch originale Objekte, vor allem Kleidung und Accessoires aus dem 20. Jahrhundert, erweitert, um die Geschichte der Mode für künftige Generationen anhand von Originalen überliefern zu können.

Für die Gestaltung der Ausstellung „Farbenspiel“ entschieden sich die Kuratorinnen Michaela Lindinger und Regina Karner für das Prinzip der Farbe in der Mode. Dabei stellen sie die traditionellen heraldischen (Wappen-)Farben Rot, Weiß, Schwarz, Blau Grün und Gelb in den Mittelpunkt, mit einem eigenen Teil, der sich der bunten Mode widmet.

Mode nach Farben. Modesammlung, 2025, Foto: TimTom, Wien Museum

Anhand von Kleidungsstücken und Accessoires wird eine Kulturgeschichte der Farben vermittelt. Zentral ist dabei die Veränderung der Symbolik der Farben, die mit dem Wandel gesellschaftlicher und kultureller Rahmenbedingungen und Wertvorstellungen einhergeht.

Ein gutes Beispiel dafür ist die Farbe Blau. Diese Farbe wurde in der Geschichte Frauen zugeordnet, erst im 18. Jahrhundert begann sich das durch Verwendung der billigen Farbe Blau für Stoffe für Militäruniformen zu verändern. Dazu kamen die Matrosenanzüge und die blauen Arbeitsoveralls für Männer und ab den 1870er Jahren die Blue Jeans (für Frauen kamen diese erst in den 1950er Jahren auf den Markt).

Collage von Ausstellungsobjekten, 2025, Foto: Wien Museum

Die Ausstellung eröffnet einen anderen Blick auf unsere Kulturgeschichte, veranschaulicht durch Mode und Farben und zeigt, „wie Farben über vier Jahrhunderte hinweg zur Sichtbarmachung gesellschaftlicher Unterschiede, politischer Handlungen und persönlicher Ausdrucksformen dienten.“ (Ausstellungstext)

Die Ausstellung ist noch bis 28. März 2027 im Wien Museum zu sehen!

Adresse: Wien Museum, Karlsplatz 8, 1040 Wien https://www.wienmuseum.at/wien_museum

Öffnungszeiten: Dienstag, Mittwoch, Freitag 09:00-18:00 Uhr, Donnerstag 09:00-21:00 Uhr, Samstag, Sonntag 10:00-18:00 Uhr

Freier Eintritt in die Sonderausstellung jeden ersten Sonntag im Monat und für alle unter 19 Jahren!

Katalog: Farbenspiel. Mode aus vier Jahrhunderten. Hg. Von Regina Karner, Michaela Lindinger. Hirmer Verlag. München 2026

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